Preiswert, braucht kalte, milde Nebenwirkungen: So unterschiedlich sind die einzelnen Impfstoffkandidaten - Wissen

Preiswert, braucht kalte, milde Nebenwirkungen: So unterschiedlich sind die einzelnen Impfstoffkandidaten – Wissen

Die Berichte über die Durchbrüche bei den Covid-19-Impfstoffen rollen – und geben Hoffnung, dass die Koronapandemie bald enden wird. An der Spitze der anscheinend erfolgreichen Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs stehen die Unternehmen Biontech aus Deutschland, Moderna aus den USA und AstraZeneca aus Großbritannien.

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Aber was versprechen die einzelnen Hersteller von ihren Impfstoffen, zum Beispiel in Bezug auf Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen? Der Überblick:

Biontech und Pfizer: hohe Wirksamkeit, aber starke Kühlung erforderlich

Das deutsche Unternehmen Biontech und das US-amerikanische Pharmaunternehmen Pfizer waren die ersten Entwickler weltweit, die positive medizinische Ergebnisse für ihren Covid-19-Impfstoff vorlegten. Dementsprechend war das Risiko für die Entwicklung von Covid-19 bei Studienteilnehmern, die den Impfstoff erhielten, um 95 Prozent niedriger als ohne den Impfstoff.

Biontech und Pfizer könnten kurz vor der Zulassung ihres vielversprechenden Covid-19-Impfstoffs stehen.Foto: REUTERS / Dado Ruvic

Die Registrierungsstudie mit dem Impfstoff BNT162b2 begann Ende Juli. Es umfasste bis zu 44.000 Teilnehmer. Nach den Analysen der beiden Impfstoffentwickler gibt es Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen für ihren Corona-Impfstoff. Der Impfstoff basiert auf einem neuen Ansatz, der als Messenger-RNA (mRNA) bekannt ist.

Ein solcher Impfstoff sollte in großem Maßstab schneller als herkömmliche Impfstoffe hergestellt werden können. Der Impfstoff benötigt aber auch mehr Kühlung, was die Logistik erschwert. In der Zwischenzeit haben Biontech und Pfizer bei der US-amerikanischen FDA eine Notfallgenehmigung für den Impfstoff beantragt.

Wenn das Licht grün ist, können die Impfungen in den USA ab Mitte oder Ende Dezember beginnen. Dokumente wurden auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eingereicht.

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Moderna: Verhindert Krankheit – aber auch Infektion?

Ein weiterer vielversprechender Corona-Impfstoff stammt vom US-amerikanischen Pharmaunternehmen Moderna, das in zwei Dosen zu unterschiedlichen Zeiten verabreicht werden soll. Erst Mitte November meldete Moderna eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent für seinen RNA-Impfstoff namens mRNA-1273. Diese Wirksamkeit berechneten die Forscher in der sogenannten Phase-III-Studie für den Impfstoff von Moderna.

30.000 Probanden nahmen an der Studie teil. Die Hälfte von ihnen erhielt den Impfstoff, die andere Hälfte nur ein Placebo. 95 Studienteilnehmer erkrankten schließlich an Covid-19, von denen jedoch nur 5 geimpft wurden.

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Aus diesen Zahlen schließen die Wissenschaftler schließlich, dass die Wirksamkeit 94,5 Prozent beträgt. Die Studie liefert jedoch nur Informationen darüber, ob der Impfstoff die durch das Coronavirus ausgelöste Covid 19-Krankheit verhindern kann. Ob der Impfstoff aber auch eine Infektion mit dem Coronavirus verhindern kann, ist eine andere Frage und war nicht Gegenstand der Untersuchung.

Nach Unterzeichnung des Vertrags hat die EU 160 Millionen Dosen Modernas Covid-19-Impfstoff erhalten.Foto: AFP / Joel Saget

Die Studienteilnehmer hatten nur leichte bis mittelschwere Nebenwirkungen wie Schmerzen und Müdigkeit – was jedoch der Fall war Experten stellen fest, dass dies bei Impfungen für Erwachsene nicht ungewöhnlich ist.

In den kommenden Wochen plant Moderna, eine Notfallgenehmigung in den USA zu beantragen, während die Europäische Arzneimittel-Agentur bereits ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für den Impfstoff eingeleitet hat. Die EU hat 160 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna erhalten, wie EU-Kommissarin Ursula von der Leyen am Dienstag bekannt gab. Der Vertrag soll am Mittwoch unterzeichnet werden.

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AstraZeneca: Anscheinend billiger, aber weniger effektiv

Das britische Pharmaunternehmen AstraZeneca veröffentlichte auch Studienergebnisse zu seinem Impfstoffkandidaten, den es zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Die Zwischenanalyse zeigte zunächst, dass der Impfstoff bei anfänglicher Gabe einer halben Dosis zu 90 Prozent wirksam war, gefolgt von einer vollen Dosis mindestens einen Monat später.

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Unter der Annahme dieser 90-prozentigen Wirksamkeit würde der Impfstoff von AstraZeneca den Impfstoffen von Biontech und Moderna nahe kommen. In den neuen Zwischenergebnissen zweier Teilstudien stellten die Forscher jedoch nur eine Wirksamkeit von 70 Prozent fest.

Warum eine halbe Anfangsdosis des AstraZeneca-Impfstoffs wirksamer ist, kann anhand der Daten nicht beurteilt werden, sagte der Forschungsdirektor der Studie. Laut dem Leiter der Impfstoffgruppe Andrew Pollard verhindert der Impfstoff von AstraZeneca schwere Krankheiten mit Covid-19 und Krankenhausaufenthalten.

Die Kosten für den Impfstoff von AstraZeneca sollen einige US-Dollar betragen.Foto: REUTERS / Dado Ruvic

Nach der Impfung der Probanden traten keine ersten Nebenwirkungen auf. Die Kosten für den Impfstoff von AstraZeneca werden voraussichtlich steigen Sie kosten nur ein paar US-Dollar pro Dosis und würden einen Bruchteil des Preises für Biontech- und Moderna-Impfungen kosten.

Die Gespräche mit der US-amerikanischen FDA sollen in dieser Woche beginnen, und die Entwickler stehen auch in Kontakt mit den Behörden in Großbritannien und Europa. Der Impfstoff von AstraZeneca wird traditionell hergestellt und ist ein sogenannter Vektorimpfstoff auf der Basis von Affenadenoviren. Es kann bei Kühlschranktemperatur gelagert werden. (mit dpa und Reuters)

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