Österreich erwägt Austritt aus Energiecharta-Vertrag – EURACTIV.de

Österreich erwägt Austritt aus Energiecharta-Vertrag – EURACTIV.de

Die österreichische Regierung erwägt den Austritt aus dem Energiechartavertrag (ECT), einem umstrittenen Energieinvestitionsschutzvertrag, nachdem eine von der Europäischen Kommission geleitete Reform am Freitag gescheitert war.

Der ECT trat Ende der 1990er Jahre in Kraft und sollte Investitionen in postsowjetischen Ländern ankurbeln. Seitdem ist er von Aktivisten unter Beschuss genommen worden, da sich Unternehmen auf ihn verlassen haben, um Regierungen wegen des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen zu verklagen.

Am Freitag wurde erwartet, dass die EU-Länder den von der Europäischen Kommission vermittelten Reformvorschlag annehmen – was den ECT gelockert hätte. Nach der Enthaltung Deutschlands, Frankreichs, Spaniens und der Niederlande konnte die Reform nicht vor der Konferenz der 53 Parteien der ECT am Dienstag, 22. November, verabschiedet werden.

„Es gibt viel grundsätzliche Kritik am Energiecharta-Vertrag, erst recht nach der gescheiterten Modernisierung“, so die österreichische Grüne Klimaministerin Leonore Gewessler, deren Partei schon lange für einen Austritt aus dem Vertrag ist.

„Der modernisierte Vertrag hätte einen besseren Schutz für Investitionen in Erneuerbare Energien geschaffen und die Energiewende beschleunigt“, sagte Wirtschaftsminister Martin Kocher, dessen konservative ÖVP-Partei, die derzeit mit den Grünen regiert, lange mit einem Austritt gezögert hat ECT, setzt stattdessen auf Reformen.

Angesichts des Scheiterns der Reform „werden wir die Lage auch neu bewerten und Österreich unterwerfen [ECT] Einhaltung einer Prüfung“, fügte er hinzu.

Die Entscheidung in Wien könnte vom Ergebnis der Konferenz am Dienstag abhängen, bei der zunächst, wie von der ECT gefordert, auf eine einstimmige Einigung über die von der ÖVP verteidigte Reform gehofft wurde.

Die größte Oppositionspartei, die SPÖ, und die Gewerkschaften haben Österreich zum Rückzug aufgefordert.

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(Nikolaus J. Kurmayer | EURACTIV.de)

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