Zermatt - Bergretterin auf Gletscherfrau: "Sie können einen gewissen Zorn in sich spüren!" - Nachrichten im Ausland

Zermatt – Bergretterin auf Gletscherfrau: “Sie können einen gewissen Zorn in sich spüren!” – Nachrichten im Ausland

Zermatt (Schweiz) – Die Retter sprechen von einem Wunder: Eine leicht bekleidete Frau fiel in eine Spalte in den Walliser Alpen in der Schweiz und überlebte fast zwei Tage und zwei Nächte bei Minusgraden.

BILD sprach mit dem ersten Retter Richard Lehner über die Sekunden der wundersamen Rettung. Der Bergretter wurde an einem Seil auf die Frau in der Gletscherspalte gesenkt.

Was war der Moment, als Sie die leicht bekleidete Frau entdeckten?

Richard Lehner: „Du fühlst eine gewisse Wut in dir, eine Frau in so minimaler Ausrüstung auf dem Gletscher zu sehen. Andererseits bist du glücklich, mit ihr zusammen zu sein und sie von ihrer Notlage zu befreien. ‘


Über dem Loch befindet sich ein sogenanntes Stativ, vergleichbar mit einem Kamerarahmen. Darauf befinden sich Winden, mit denen Bergretter Lehner langsam in den Spalt senkenFoto: Helmut Lerjen, Richard Lehner / dpa

Letzten Sonntag ging die Frau Anfang dreißig von der 2.883 Meter hohen Monte Rosa-Hütte mit nur kurzen Hosen und einem kleinen Rucksack zum Grenzgletscher im Monte Rosa-Massiv oberhalb von Zermatt.

War die Frau ansprechbar?

Richard Lehner: „Ja, sie war ansprechbar, aber etwas zurückgezogen. Ich sagte ihr, dass jetzt alles in Ordnung sein würde und dass wir sie aus dem Spalt holen würden. Dann fragte ich sie, ob sie irgendwelche Verletzungen hätte! Sie sagte, sie wolle durch den Pass nach Italien gehen. “”

Es geschah auf ungefähr 3.725 Metern: Eine Gletscherspalte öffnete sich unter der Schneedecke und war für die Frau unsichtbar. Ein Schritt auf die Schneebrücke, die ihr Gewicht nicht tragen konnte, und sie fiel mit dem Schnee.


Morgendämmerung in der Monte Rosa Hütte

Morgendämmerung in der Monte Rosa HütteFoto: Foto-Allianz / imageBROKER

Die Frau blieb auf einem Felsvorsprung zehn oder fünfzig Fuß unter der Oberfläche stehen. Dann versuchte sie sich durch Schreien hervorzuheben. Aber es gab nicht viele Leute auf dem rauen Gelände. Sie blieb den ganzen Tag und die ganze Nacht im Dunkeln. Ihr Glück kam am Dienstagmorgen näher.

Eine Gruppe von Bergsteigern machte sich auf den Weg zur Margherita-Hütte, die sich über 4.500 Meter direkt hinter der schweizerisch-italienischen Grenze befindet. Die gut ausgerüsteten Bergsteiger fanden zahlreiche Schneelöcher und mussten immer wieder Umwege machen. Der erste aus dem Seil-Team hörte plötzlich Hilfe von einem Riss. Er rief sofort einen Notruf an. Die Bergsteiger senkten ein Seil an die Frau, damit sie sich sichern konnte.


Blick in die Gletscherspalte am Grenzgletscher im Monte Rosa-Massiv in den Walliser Alpen oberhalb von Zermat

Blick in die Gletscherspalte am Grenzgletscher im Monte Rosa-Massiv in den Walliser Alpen oberhalb von ZermattFoto: Helmut Lerjen, Richard Lehner / dpa

Ist die Erlösung ein Wunder?

Richard Lehner: Dass Sie nach zwei Tagen zufällig eine Frau in einem Spalt finden. Für uns war es eine einfache Rettungsaktion in Bezug auf Rettungstechnologie. Aber die Umstände sind sehr speziell. In dem Spalt zog die Frau eine Rettungsdecke an und bewegte sich wahrscheinlich weiter damit die Körpertemperatur nicht zu niedrig wird. “

Für die Rettungskräfte in den Bergen geht es darum, Menschen nach Unfällen zu retten. Sie wundern sich nicht wirklich, wie sie in ihre Notlage gekommen sind. Im Wesentlichen ist jedoch eines klar: in kurzer Zeit einen Ausflug zum Gletscher machen – das ist nachlässig.

„Man steigt nie alleine oder ohne Ausrüstung den Gletscher hinauf“, sagt ein anderer Bergretter. Laut Air Zermatt hatte der Hüttenwärter von Monte Rosa die Frau gewarnt. Da sie alleine unterwegs war, wurden keine Berichte über vermisste Personen veröffentlicht.

Die eigentliche Rettungsaktion zwei Tage später dauerte dann kaum eine Stunde. Die Bergrettung brachte die Frau in den schwebenden Hubschrauber, der sie ins Krankenhaus brachte. Air Zermatt berichtete später, dass die Frau bei 34 Grad unterkühlt, aber ansonsten unversehrt war.

“Ich bin seit 21 Jahren ein Bergretter, aber es ist noch nie passiert, bevor jemand so etwas überlebt hat”, sagte Betriebsleiter Helmut Lerjen später.

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