Lufthansa & Co.: Impfstoffhoffnung: Lohnt es sich schon Airline-Aktien zu kaufen?

Lufthansa & Co .: Impfstoffhoffnung: Lohnt es sich, Airline-Aktien zu kaufen? | Botschaft

?? Zykliker haben besonders unter der Pandemie gelitten
?? Kürzlich eine deutliche Erholung gesehen
?? Airline-Aktien stehen vor einer ungewissen Zukunft

Wirtschaftlich abhängige Aktien, die sogenannten zyklischen Aktien, waren vom Ausbruch der Koronapandemie Anfang 2020 besonders stark betroffen. Neben Tourismusgruppen gehörten dazu auch Airline-Titel.

Impfhoffnungen: Zykliker fragten zuletzt

Vor kurzem gab es jedoch äußerst positive Nachrichten zum Thema Impfstoffe: Wirksame Impfstoffe gegen das Virus werden wahrscheinlich viel schneller als erwartet verfügbar sein: Sowohl das US-amerikanische Pharmaunternehmen Moderna als auch BioNTech und Pfizer haben Zulassungsanträge für ihre Impfstoffe eingereicht. An den Aktienmärkten, an denen alle positiven Nachrichten über die Impfstoffentwicklung in den letzten Wochen und Monaten ohnehin positiv aufgenommen wurden, wächst die Hoffnung, dass eine Welt nach der Korona nicht allzu weit entfernt ist.

Diese Hoffnung zeigte sich deutlich in den Aktienkursen der Zykliker, die seit Monaten stark erschüttert waren. In jüngster Zeit gab es deutliche Anzeichen für eine Erholung, und die Hoffnung, dass ein Impfstoff der Wirtschaft helfen wird, sich zu erholen – und damit das Geschäft zyklischer Unternehmen – hatte den Aktien der Fluggesellschaft geholfen, starke Gewinne zu erzielen. So hat die Lufthansa innerhalb eines Monats rund ein Drittel ihres Aktienwertes zugelegt – für das Gesamtjahr liegen die Lufthansa-Aktien aber immer noch zu 40 Prozent im Minus. Air France-KLM hat in den letzten vier Wochen sogar satte 63 Prozent zugelegt – aber seit Jahresbeginn hat der Anteil immer noch 45 Prozent rote Zahlen geschrieben. Auch die US-Fluggesellschaften zeigen einen ähnlichen Trend: Delta Air Lines ist im letzten Monat ebenfalls um rund ein Drittel gestiegen, während Southwest Airlines im gleichen Zeitraum um mehr als 20 Prozent gestiegen ist. Trotzdem liegen die Aktien der US-Fluggesellschaften immer noch deutlich unter ihren Preisen vor Corona.

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Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele Anleger die Frage: Halten die Erholungstendenzen an und ist die Zeit wieder reif, Airline-Aktien in Gewahrsam zu nehmen?

Die Benachrichtigung über die Impfung allein reicht nicht aus

Es gibt keine klare Antwort auf diese Frage, da ein Impfstoff und eine zunehmende Normalisierung des sozialen und wirtschaftlichen Lebens die Geschäfte der Fluggesellschaften tatsächlich wieder in Schwung bringen sollten.

All dies ist jedoch noch eine ungewisse Zukunft, da zunächst die Impfstoffe zugelassen werden müssen. Dann geht es um die Herstellung der Impfdosen – wie schnell die Hersteller hier genug zur Verfügung stellen können, wird zur nächsten kniffligen Frage. Die nächste Hürde würde sich dann ausbreiten – viele Länder haben bereits Prioritäten angekündigt und festgelegt, welche Bevölkerungsgruppen zuerst Zugang zum Impfstoff erhalten sollen. In erster Linie werden Mitarbeiter im medizinischen Bereich und in Risikogruppen wahrscheinlich geimpft. Es wird lange dauern, bis der Impfstoff so weit verbreitet ist, dass davon ausgegangen werden kann, dass die Bevölkerung eine Grundimmunisierung erhält. Experten erwarten nicht, dass im kommenden Jahr ein ausreichender Teil der Weltbevölkerung geimpft werden kann, der notwendig wäre, um das Virus zu stoppen.

Vor diesem Hintergrund ist auszuschließen, dass das Airline-Geschäft zu Beginn des neuen Jahres wieder boomt. Die ersten beiden Quartale werden wahrscheinlich noch deutliche Anzeichen für die Corona zeigen, eine nachhaltige Erholung des Geschäfts könnte in den Sommermonaten allmählich zu beobachten sein, zumindest bis dahin müssen die Fluggesellschaften noch vom Staat unterstützt werden.

Passen Menschen ihr Verhalten dauerhaft an?

Und der Flugverkehr in der Zeit nach Corona sieht möglicherweise ganz anders aus als zuvor. Da das Corona-Jahr bei vielen Menschen auch das Umweltbewusstsein geweckt hat, werden nationale Reiseziele, die ohne Flugzeug erreicht werden können, vor diesem Hintergrund möglicherweise immer beliebter.

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Und es gibt noch eine andere Kundengruppe, die in Zukunft deutlich weniger Flugreisen nutzen könnte: Geschäftsreisende. Weil infolge der Pandemie viele Arbeitgeber gezwungen waren, Alternativen zu finden – viele konnten diese Alternativen in Zukunft behalten und zunehmend auf persönliche Ereignisse verzichten. Dies wiederum wird die Fluggesellschaften stark belasten, da Geschäftsreisende einen großen Anteil der Passagiere ausmachen – laut Statista lag ihr Anteil am Frankfurter Flughafen 2019 bei rund 35 Prozent.

Nehmen Sie Aktien von Fluggesellschaften mit Vorsicht

Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass sich die Aktien der Fluggesellschaften in V-Form erholen werden. Die Folgen der Koronapandemie werden die Fluggesellschaften wahrscheinlich noch einige Zeit belasten, aber es bleibt abzuwarten, ob das Geschäft jemals wieder das Niveau vor der Korona erreichen wird.

Und Investoren müssen auch geduldig sein, Analysten sehen das auch so. Zum Beispiel hatte Morgan Stanley kürzlich seine Skepsis gegenüber der Lufthansa-Aktie zum Ausdruck gebracht, und UBS bewertete die Aktie der MDAX-Gruppe mit „Verkaufen“. Glücklicherweise ist das Jahr 2020 fast vorbei, aber im Jahr 2021 sind immer noch dunkle Wolken am Horizont, schrieb Analyst Jarrod Castle in einer Sektorstudie. Die Anleger waren vorsichtig und suchen nun nach Gewinnmöglichkeiten, aber ein selektiver Ansatz ist ratsam. Die aktuelle Krise dürfte erhebliche Auswirkungen auf die kurz- und mittelfristige Geschäftsentwicklung von Lufthansa haben.

Finanzen.net Redaktion

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