Ärzte warnen vor schwerwiegenden Auswirkungen auf das Gehirn Gesundheitsstadt Berlin

Wenn Patienten an den Folgen der COVID-19-Krankheit sterben, liegt dies hauptsächlich an einer Lungenentzündung oder einem Lungenversagen. Das Coronavirus kann aber auch zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen und langfristige neurologische Schäden verursachen.

Zu Beginn der Koronapandemie gingen die Ärzte davon aus, dass diejenigen, die die COVID-19-Krankheit überlebten, gesund sein würden. Es gibt jedoch zunehmend Anzeichen dafür, dass COVID-19 zu ernsthaften und dauerhaften Folgeschäden führen kann. Dies beinhaltet anhaltende Atmung und Lungenprobleme, aber auch schwere Schäden an Blutgefäßen und Gehirn. Monate später steigt offenbar das Risiko für Thrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt und Schlaganfall.

COVID-19 kann zu entzündlichen Prozessen im Gehirn führen

„Es wird angenommen, dass das Ganze auf eine Schädigung des Endothels zurückzuführen ist, das die Gefäße aufgrund des Virus auskleidet“, erklärt Ulrike Protzer von der Technischen Universität München. Dies führt dann dazu, dass sich die Blutplättchen dort ansammeln, um den Schaden zu reparieren. Thrombosen können bei Überreaktionen auftreten.

Inzwischen vermuten die Ärzte das auch Entzündungsprozesse führen zu Verstopfungen in den Blutgefäßen. Es ist noch nicht klar, wie lange sie dauern werden. Einige Patienten berichten von langfristigen Kreislaufproblemen, andere von Müdigkeit, die Monate nach der Krankheit anhält. Es wurde auch über Kopfschmerzen oder einen verminderten Geruchs- oder Geschmackssinn berichtet.

Schwerwiegende neurologische Komplikationen sind möglich

Es ist noch nicht klar, wie oft durch COVID-19 neurologische Schäden verursacht werden. Laut einer Studie von Forschern der Universität Liverpool waren Mitte Mai weltweit rund 900 Fälle von neurologischen Komplikationen bekannt, darunter mehr als hundert schwerwiegende Krankheiten wie Meningitis oder das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom, bei denen Patienten gelähmt sind.

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Hirnschaden auch bei leichten Kursen?

Neurologen vom University College London berichteten auch in der Zeitschrift „Brain“, dass das Coronavirus bereits bei Patienten mit nur leichten Symptomen oder bei Patienten, die sich erholt hatten, vorhanden war Gehirnschaden kann verursachen. Diese werden jedoch normalerweise zu spät oder gar nicht erkannt.

Ehemals Forscher unter der Leitung von Dr. Michael Zandi, Hauptautor der Studie, untersuchte über 40 Covid-19-Patienten und fand bei einigen von ihnen eine akute demyelinisierende Enzym-Phalomyelitis (ADEM). Dies ist eine entzündliche Erkrankung, die zur degenerativen Zerstörung des Zentralnervensystems führt.

Folgen ähnlich wie Multiple Sklerose

„Wir haben noch nie gesehen, wie Covid-19 das Gehirn mit anderen Viren angreift“, sagt Zandi. Besonders ungewöhnlich ist der massive Hirnschaden, der auch bei Patienten mit leichten Koronasymptomen auftritt.

Die Experten fanden bei insgesamt zwölf der untersuchten Patienten eine Entzündung des Zentralnervensystems und bei zehn eine vorübergehende Gehirnerkrankung mit Delir oder Psychose. „Aus biologischer Sicht hat ADEM einige Ähnlichkeiten mit Multipler Sklerose, ist jedoch schwerwiegender und tritt normalerweise nur einmal auf“, erklärt Zandi. Einige Patienten werden eine langfristige Behinderung haben, während andere sich gut erholen werden, sagte der Studienautor.

Eine endgültige Bewertung ist noch nicht möglich

Experten zufolge ist es jedoch noch zu früh, um endgültig beurteilen zu können, ob und wie stark Hirnschäden auch bei geringfügigen Behandlungen auftreten können. Um die damit verbundenen Kurse zu beobachten, hat das Universitätsklinikum München in Großhadern jetzt eine Kontaktstelle für Patienten mit milden Covid 19-Kursen eingerichtet.

„Wie bei jeder neuen Krankheit, die wir noch nicht ausreichend verstanden haben, sollten Sie sich genau ansehen, was in den kommenden Monaten und Jahren passieren wird“, erklärt Professor Matthias Klein von der Abteilung für Neurologie in Großhadern. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, dies abzuschätzen.

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Foto: © Adobe Stock / Yakobchuk Olena

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