Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt trennt sich von rechtsradikalem Geschäftspartner |  Sport |  Deutscher Fußball und wichtige internationale Sportnachrichten |  DW

Frankfurts Martin Hinteregger gibt überraschenden Rücktritt nach rechtsextremer Kontroverse bekannt | Sport | Deutscher Fußball und wichtige internationale Sportnachrichten | DW

Etwas mehr als einen Monat nach dem Gewinn der Europa League mit Eintracht Frankfurt hat der österreichische Verteidiger Martin Hinteregger seinen überraschenden Rücktritt vom Profifußball im Alter von nur 29 Jahren bekannt gegeben.

„Ich habe schon im vergangenen Herbst überlegt, zum Saisonende aufzuhören“, sagte Hinteregger in einer Stellungnahme von Eintracht Frankfurt, die er seit 2019 vertritt.

„Ich war in einer sportlich schwierigen Phase – meine Leistung auf dem Platz war sprunghaft“, sagte Hinteregger. „Ich habe unseren Europa-League-Triumph so intensiv gefeiert, weil ich schon wusste, dass es meine letzte Siegesfeier mit unseren fantastischen Fans in einer Stadt sein würde, die zu meiner zweiten Heimat geworden ist.“

Hintereggers erste Heimat ist die kleine Stadt Sirnitz in Österreich, die kürzlich Schlagzeilen machte, nachdem sie den „Hinti Cup“ veranstaltet hatte – ein lockeres Fußballturnier, das von Hinteregger (Spitzname „Hinti“) und seinem ehemaligen Werbepartner Heinrich Sickl veranstaltet wurde, wie der Österreicher verriet Journalist Michel Bonvalot.

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Sickl, ebenfalls aus Sirnitz, war bis 2021 Mitglied des Grazer Stadtrates für die nationalistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) und machte in dieser Zeit durch seine Kontakte zur extremen Rechten Schlagzeilen. So vermietete er beispielsweise Räumlichkeiten an die rechtsextreme „Österreichische Identitätsbewegung“.

Seit Mitte 2021 sind identitäre Symbole in Österreich verboten, die Regierung bezeichnet die Organisation als „rechtsextrem, rassistisch, sexistisch, nationalistisch und ethnisch orientiert“.

Als Jugendlicher war Sickl in den 1990er Jahren Mitglied der deutschen Neonazi-Organisation Völkische Front, die 1992 als verfassungswidrig verboten wurde. Die FPÖ hatte dies als „Jugendsünde“ des Politikers abgetan.

Als seine Verbindungen zu Sickl auftauchten und der „Hinti Cup“ auf einem Anwesen von Sickls Mutter ausgetragen werden sollte, nutzte der Frankfurter Fanliebling Hinteregger Instagram, um seine Position zu verdeutlichen.

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„Es ist erstaunlich, dass ein Fremder so etwas über mich sagen kann“, schrieb Hinteregger. „Wie die Familie Sickl bin ich in Sirnitz verwurzelt – mit dem ‚Hinti Cup‘ wollte ich meine Dankbarkeit zeigen und mich bei meinen Kindheitsfans, Gönnern und Unterstützern bedanken.

„Ich habe keine Kenntnis über vergangene oder zukünftige Aktivitäten der Familie Sickl – ich möchte nur, dass ein Fußballturnier stattfindet und nicht mehr. Jegliche Geschäftsbeziehung mit der Familie Sickl wird aufgrund des aktuellen Kenntnisstandes mit sofortiger Wirkung beendet, und die Veranstaltung „Hinti Cup“ werden alternativ überprüft, um eine andere Vorgehensweise zu klären.

„Ich habe während meiner gesamten Karriere im Profifußball und auch privat Freunde auf der ganzen Welt und weise die Vorwürfe, ich sei rechts, klar zurück und setze mich weiterhin gegen jede Form von Diskriminierung ein!“

Hinteregger „immer willkommen in Frankfurt“

In seiner Rücktrittserklärung distanzierte sich Hinteregger weiter vom Rechtsextremismus, was Eintracht Frankfurts Sportdirektor Markus Krösche begrüßte, aber dennoch überrascht zeigte.

„Martins Entscheidung kam unerwartet, aber er hat uns seine Gründe klar und überzeugend dargelegt. Daher war es naheliegend, seinem aus sportlicher Sicht schmerzlichen Wunsch nachzukommen, was aus sportlicher Sicht aber menschlich nachvollziehbar ist. “, sagte Krosche.

„Martin wird in Frankfurt immer willkommen sein, nicht nur als überzeugter Spieler und Europapokalsieger, sondern auch wegen seiner aufrichtigen Entschuldigung für sein Verhalten in den letzten Tagen und Wochen und für seine klare und überzeugende Distanzierung von rechtsextremer Ideologie “, fügt Krösche hinzu.

Eintracht Frankfurt ist stolz darauf, sich gegen Extremismus zu stellen, wobei Vorsitzender Peter Fischer in der Vergangenheit sagte, dass solche Ideale nicht mit den Überzeugungen und Werten des Vereins übereinstimmen. Hinteregger ist ein Fanfavorit und wurde zu einem Symbol für Frankfurts Grind and Grit, die ihre unglaubliche Reise zum Ruhm der Europa League hervorgebracht haben.

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Beim Hinti Cup waren unter anderem der österreichische Musiker DJ Ötzi und der Frankfurter Rapper Vega geplant. Vega ist bekennendes Mitglied der Fangemeinde der Eintracht Ultras Frankfurt 97. Hinteregger soll sogar ein Flugzeug gechartert haben, um Teilnehmer zum Hinti Cup zu bringen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 9. Juni unter dem Titel „Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt trennt sich von seinem rechten Geschäftspartner“ und war ursprünglich auf Deutsch verfasst. Es wurde am 23. Juni aktualisiert, um Hintereggers Rücktritt widerzuspiegeln.

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