Diego Costas Saison zu viel?

Er war noch nie Schönspieler, sondern viel eher einer, der durch den unbändigen Siegeswillen zu überzeugen wusste. Doch mit diesem Spielstil passt er perfekt zu seinem Verein Atlético Madrid. Im Schatten des Stadtrivalen Real Madrid und des FC Barcelona ist dieser in Spanien die dritte große Kraft. Die Erfolge müssen sich die „Rojiblancos” allerdings hart erarbeiten. Immer wieder kaufen finanzkräftigere Vereine ihnen die besten Spieler weg. Der französische Flügel Antoine Griezmann ist dafür ebenso ein gutes Beispiel wie der belgische Torwart Thibaut Courtois. Griezmann wechselte 2019 für viel Geld zum FC Barcelona, während Courtois gar nie Atlético gehörte, sondern nur von Chelsea ausgeliehen war. Diego Costa wechselte seinerzeit 2014 ebenfalls zu Chelsea, um drei Jahre später wieder nach Madrid zurückzukehren.

Unbändiger Wille

Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Teamgefährten Griezmann ist Costa kein blendender Techniker. Er hält gerne seinen Körper für die Mannschaft hin und bringt die Verteidiger des Gegners damit immer wieder in Rage. Dass er damit bei den Fans aneckt, scheint ihn nicht zu kümmern. Solange die Resultate stimmen, ist ihm jedes Mittel recht. Nur führt dies mitunter dazu, dass er pro Partie nicht 90 Minuten auf dem Platz steht. Die sehr physische und kampfbetonte Spielweise kommt bei den Schiedsrichtern nicht immer sehr gut an und hat immer wieder gelbe oder gar rote Karten zur Folge. Auch sein Körper hat ihn immer wieder im Stich gelassen. Selbst in seiner allerbesten Saison 013/14 bei Atlético war er gerade in der entscheidenden Phase der Meisterschaft immer wieder verletzt. Dennoch reichte es zur spanischen Meisterschaft.

READ  Katrin Göring-Eckardt: "Wir brauchen dringend einen Pandemieschatz"

In der aktuellen Meisterschaft wird Atlético bei den Online-Wetten von bet365 mit Quoten von 6,00 auf Platz drei geführt. Davor liegen der FC Barcelona mit 2,62 und Real Madrid mit 2,10. Der FC Sevilla hat als gefühlt viertstärkster Verein noch eine Quote von 21,00. Alle weiteren 16 Vereine aus der obersten spanischen Liga haben Quoten, die darauf schließen lassen, dass sie mit dem Ausgang der Meisterschaft wohl nichts zu tun haben werden. Als Abstiegskandidaten werden Real Valladolid, Huesca und Elche gehandelt. Diego Costa war einst selbst für eine Saison bei Real Valladolid und schoss dabei in 34 Einsätzen sieben Tore.

Quelle: Pixabay

Wie lange hält er noch durch?

Costas aktueller Vertrag bei Atlético läuft noch bis zum Ende der Saison 2020/21. Seit seiner Rückkehr aus London anfangs 2018 hat seine Trefferquote allerdings merklich nachgelassen. In 58 Meisterschaftseinsätzen resultierten nur noch elf Tore, während er zuvor bei Chelsea und auch in früheren Zeiten bei Atlético zumindest in jedem zweiten Spiel getroffen hatte. Dabei gilt es zwar zu berücksichtigen, dass Diego Costa aufgrund seiner Spielweise unmöglich nur an Toren gemessen werden kann. Aber der Rückgang der Trefferquote ist doch bemerkenswert.

Mit 32 Jahren hat Costa vielleicht seine besten Jahre definitiv hinter sich und der Körper macht auch nicht mehr alles mit, was ihm Costa zumuten möchte. In den ersten vier Spielen der aktuellen Saison musste er den Platz zweimal schon in der ersten Halbzeit angeschlagen verlassen. Der Abschied könnte sich also so langsam aber sicher ankündigen, denn vielleicht diese Saison nun wirklich eine Saison zu viel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.