Kalavryta massacre movie

Film mit „Nazi Saving Children“-Szene skandalisiert Kalavryta in Griechenland

Deutsche Soldaten im Bild mit der brennenden Stadt Kalavryta im Hintergrund. Gemeinfrei

Griechische Überlebende und Nachkommen der Opfer des Massakers von Kalavryta während der deutschen Besatzung haben ihre Wut über einen Film zum Ausdruck gebracht, der einen Nazi-Soldaten zeigt, der Frauen und Kinder aus einer brennenden Schule rettet.

Der lang erwartete Film „Kalavryta 1943“, der am 11. November in die griechischen Kinos kommen soll, erweckt das entsetzliche Massaker der Nazis vom 13. Dezember 1943 zum Leben.

Eine fünfsekündige Szene im Trailer des Films reichte aus, um Empörung auszulösen: Ein österreichischer Nazi allein öffnet – und den Befehlen seiner Kommandeure missachtet – die Tür einer brennenden Schule, um die Menschen dort zu retten, Frauen und Kinder.

Der Verband der Überlebenden und Opfer von Kalavryta droht nun mit einer Klage gegen die Filmproduzenten, darunter auch der griechische öffentlich-rechtliche Sender ERT.

Entsprechend Zeitung Peloponnes, wirft der Verband Filmemachern vor, historische Ereignisse zu verfälschen und Mythen wiederzubeleben, die den Interessen anderer dienen.

Er behauptet, dass während des blutigen Einmarsches der Nazi-Armee in ihre Stadt nichts dergleichen passiert sei. Er fügt hinzu, dass die jeweilige Szene nur ein Mythos ist, der von allen Augenzeugen während des Massakers widerlegt wurde.

Das Massaker von Kalavryta, eine der schlimmsten Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs

Das Massaker von Kalavryta war eine der schlimmsten Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs, als mehr als 500 unschuldige Zivilisten hingerichtet und die gesamte Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde.

Es wurde von der 117. Jäger-Division des deutschen Heeres geführt. Die Vernichtung der männlichen Bevölkerung von Kalavryta war eine Vergeltung für die Hinrichtung von 68 deutschen Soldaten, die vom griechischen Widerstand gefangen genommen worden waren.

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Die „Operation Kalavryta“ oder „Unternehmen Kalavryta“ war eine typisch deutsche Vergeltungsaktion in Gebieten mit starker Guerilla-Aktivität. Sie richtete sich nur gegen die Zivilbevölkerung der Region und war eine der barbarischsten von der Wermacht geführten, nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa.

Am 13. Dezember läuteten die Deutschen die Kirchenglocken der Stadt und forderten alle auf, sich in der Grundschule zu versammeln und eine Decke und Essen für einen Tag mitzubringen.
Dort trennten sie die Männer von den Frauen und Kindern.

Frauen und Kinder wurden aufgefordert, in der Schule zu bleiben, während alle Männer über 14 in Gruppen zum nahegelegenen Feld Kapi Rake gefahren wurden. Das Gelände war abfallend und hatte die Form eines Amphitheaters, das einen vollständigen Blick auf die Stadt bot. Es bedeutete auch, dass es ein schwieriges Gebiet war, um zu entkommen.

Die Deutschen setzten die Schule in Brand, damit die Männer es sehen konnten.

Wenige Augenblicke später, nachdem man das Grauen miterleben musste, feuerte das Nazi-Maschinengewehr auf alle Männer in der Gegend. Laut dem deutschen Historiker Hermann Frank Meyer hatte der Chef der deutschen Streitkräfte, General Karl von Le Suire, klare Anweisungen gegeben, alle Namen der Hinrichtungsopfer genau zu erfassen.

In Kalavryta wurden an diesem Tag insgesamt 499 Menschen ermordet. Zwölf Männer konnten ohne Wissen der Deutschen tatsächlich überleben, während die Gesamtzahl der Opfer in der weiteren Region Kalavryta und den benachbarten Dörfern 677 erreichte.

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