Bahn: Zu Weihnachten besteht die Gefahr voller Züge - trotz neuer Reservierungsregeln

Bahn: Zu Weihnachten besteht die Gefahr voller Züge – trotz neuer Reservierungsregeln

ichIn Frankreich wurde der Startschuss einen Tag zuvor abgefeuert: Als Präsident Emmanuel Macron am Dienstag in seiner Fernsehansprache über die Koronabeschränkungen sprach, die nach dem 15. Dezember und damit auch zu Weihnachten gelten sollten, begann der Ansturm auf Fahrkarten für die französische Eisenbahn-SNCF . Innerhalb weniger Minuten hat sich die Anzahl der Buchungen im Vergleich zu den vorherigen Tagen vervierfacht. Manchmal ist die Website der Eisenbahn kaum zugänglich.

Auch in Deutschland dürften sich viele Menschen spätestens nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch auf ihre Reisen vorbereiten. Aber das Infektionsrisiko ist immer noch hoch – auch über Weihnachten. Deshalb stellt sich noch mehr als in anderen Jahren die Frage, wie Sie in den Ferien zuverlässig, aber auch sicher an Ihr Ziel gelangen.

Die Beschränkungen des Schienenverkehrs stehen im letzten von 18 Punkten des Resolutionspapiers des Ministerpräsidenten und des Bundeskanzlers – und das ist erheblich geschrumpft. Vor den Verhandlungen gab es Entwürfe präziser Regeln, welche Sitzplätze die Eisenbahn noch reservieren durfte und welche nicht, um die Entfernung zu gewährleisten.

All dies wird aus der endgültigen Entscheidung gestrichen. Stattdessen gibt es nur einen einzigen Satz zur Schlüsselfrage, wie das staatliche Unternehmen künftig Fernreservierungen vornehmen soll: “Die Sitzplatzreservierung wird parallel dazu begrenzt.”

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Aber dieser Satz lässt fast alles offen: Es wird keine Reservierungspflicht für Fernzüge erwähnt. Denn selbst wenn nur bestimmte Sitzplätze wie die am Fenster reserviert werden sollen, bedeutet dies nicht, dass keine Passagiere mit einem gültigen Ticket, jedoch ohne Reservierung, einsteigen dürfen.

Die Deutsche Bahn gab bekannt, dass ab dem 27. November nur noch ein Sitzplatz pro Doppelsitz im offenen Sitzwagen reserviert werden kann. Der Fensterplatz wird immer automatisch vergeben. Wenn am Tisch Sitzplätze vorhanden sind, können nur zwei diagonal gegenüberliegende Sitzplätze gebucht werden. Es können dann nur zwei von sechs Plätzen in Fächern reserviert werden. Insgesamt reduziert sich die Anzahl der reservierbaren Plätze auf rund 60 Prozent. Es sollte spezielle Bereiche für Familien geben, in denen sie nebeneinander sitzen können. Es besteht jedoch noch keine Reservierungspflicht.

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Dies führt zu der grotesken Situation, dass die neuen Regeln sicherstellen, dass nicht alle Plätze reserviert sind, sondern dass sie nicht frei bleiben müssen. Im Gegenteil: Passagiere ohne Reservierung können sicher sein, dass ein großer Teil der Plätze noch frei ist und die Chancen, einen freien Platz zu finden, steigen. Die Entfernung und der Schutz vor Infektionen könnten jedoch schrumpfen.

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Dies ist im Alltag kein Problem, da seit Beginn der zweiten Sperrung deutlich weniger als die Hälfte aller Plätze belegt sind, derzeit sind es rund 20 bis 25 Prozent. Aber das sollte zu Weihnachten anders sein. Die Fahrt in den Zügen der Eisenbahn ist in normalen Jahren rund um die Feiertage enorm. Wer kurz vor Weihnachten im ICE unterwegs ist, muss auf volle Züge vorbereitet sein.

Trotzdem haben sich der Eisenbahn- und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) seit Beginn der Pandemie immer geweigert, eine Reservierungspflicht für ihre Züge einzuführen. Sie wollen unbedingt das sogenannte offene System beibehalten, um Kunden nicht mit Dauerkarten wie der Bahncard 100 zu entfremden, die grundsätzlich jeden Zug nehmen und viel Geld dafür bezahlen können.

Stattdessen verlassen sich die Menschen zu Weihnachten auf zusätzliche Sitzplätze und prüfen, ob in den Zügen eine Maske erforderlich ist. Die Deutsche Bahn hatte bereits im Herbst angekündigt, in diesem Jahr rund um Weihnachten deutlich mehr Plätze anzubieten.

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Möglich macht dies die erweiterte Zugflotte. Ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember sollten täglich 13.000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung stehen, da mehr neue Züge eingesetzt, die Zugreihenfolge erhöht und zusätzliche Verbindungen angeboten werden.

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Dieser Punkt findet sich auch in der Entschließung der Konferenz des Premierministers: „Die Sitzplatzkapazität wird um mehr als 20 Millionen Sitzkilometer pro Tag erheblich erhöht, um noch mehr Abstand zwischen Reisenden zu ermöglichen“, heißt es. Das hört sich riesig an, aber im vergangenen Jahr meldete die Deutsche Bahn mehr als 98,4 Milliarden sogenannte Passagierkilometer – dh die Anzahl der zurückgelegten Kilometer multipliziert mit der Anzahl der Passagiere.

Mathematisch ergibt dies durchschnittlich 270 Millionen Personenkilometer pro Tag – wahrscheinlich deutlich mehr in den Ferien. 20 Millionen zusätzliche Passagierkilometer sind nicht so viel und reichen möglicherweise nicht aus, insbesondere zu Weihnachten, um die erforderliche Entfernung in den Zügen zu gewährleisten.

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Streikwarnung an die Eisenbahn

Darüber hinaus weist die Deutsche Bahn darauf hin, dass die Navigator-App die Züge anzeigt, in denen voraussichtlich mehr als die Hälfte der Sitzplätze belegt sind, so dass nicht jeder Fahrgast einen freien Nebenplatz hat. Dies ist jedoch wenig hilfreich, wenn dieser Hinweis an den besonders beliebten Tagen aufgrund des Ansturms einfach in allen Zügen angezeigt wird.

Wenn sich die Anzahl der reservierten Plätze halbiert, sollten viele Züge schnell als ausgebucht angezeigt werden. Wenn Sie noch eine Zugfahrt unternehmen müssen, müssen Sie sich trauen, in einen der Züge zu steigen, und hoffen, dass nicht zu viele andere ohne Reservierung dieselbe Verbindung wählen. Mit einem Ticket zum Flex-Tarif können Sie grundsätzlich alle Züge an diesem Tag nutzen – auch wenn die entsprechende Verbindung als stark ausgebucht angezeigt wird oder keine Reservierungsmöglichkeit mehr besteht.

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Das Dilemma kann nicht wirklich gelöst werden. Die Bahn hat einfach nicht genug Züge, um kurzfristig so viel zusätzliche Kapazität anbieten zu können, dass jeder zweite Sitzplatz auch an Spitzentagen um Weihnachten garantiert frei bleibt. Fahrgastvertreter raten daher, nicht am 23. Dezember oder an Heiligabend in den Zug einzusteigen, sondern die Reise einige Tage früher zu beginnen – ein Tipp, den sich nicht jeder zu Herzen nehmen kann.

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Deutsche Bahn

Es ist auch unwahrscheinlich, dass der Bus in diesem Jahr eine echte Alternative darstellt. Das letzte verbleibende Fernreisebüro Flixbus stellte Anfang November vorübergehend den Betrieb ein und bietet während der zweiten Sperrung keine Fahrten an.

Das Unternehmen beabsichtigt, den Betrieb wieder aufzunehmen, da die Dinge pünktlich zu Weihnachten stehen. Reisen ab dem 17. Dezember können wieder auf der Website gebucht werden. Wie in Zügen gilt jedoch nur die Maskenanforderung in Flix-Bussen, der angrenzende Sitz muss nicht frei sein.

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