In vielen Unternehmen wird das Lager maximal als eine funktionale Randfläche betrachtet. Es gilt als notwendig, wird aber dennoch bei vielen Überlegungen vernachlässigt. Wenn es um Kostenanalysen geht, stehen meist das Personal, die Energiepreise oder Kosten für Material im Fokus. Interne Wege und Suchzeiten im Lager finden dagegen kaum Beachtung. Dabei ist gerade hier täglich ein sich summierender Aufwand vorhanden. Ist das Lager nicht sinnvoll strukturiert, wirkt sich dies nicht nur punktuell, sondern dauerhaft aus. Die Folgen schlagen sich in den Kosten und letztendlich in der Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs nieder.
Wege als unterschätzter Kostenfaktor im Arbeitsalltag
Unnötige Wege im Arbeitsalltag sind selten das Resultat einzelner Fehlentscheidungen. Meist handelt es sich stattdessen um gewachsene Strukturen. Materialien werden einfach dort gelagert, wo gerade Platz ist, und nicht dort, wo sie entsprechend der Logik des Prozesses hingehören. Dadurch legen die Mitarbeiter täglich zu viel Strecke zurück, ohne dass dies erfasst wird. Wird dagegen die räumliche Ordnung zum Beispiel durch Palettenregale besser strukturiert, lassen sich Laufwege sparen, was wiederum den Zeitaufwand deutlich reduzieren kann. Auch zusätzliches Umstapeln und manchmal sogar Fahrten mit Fahrzeugen können auf diese Weise vermieden werden. Die dadurch eintretende Kostenersparnis ist häufig deutlich größer, als dies ohne klare Analyse angenommen wird.
Warum Lagerkosten in Kalkulationen häufig fehlen
Oft wird das Lager als eine passive Fläche und nicht als aktiver Bestandteil der Wertschöpfung betrachtet. In vielen Betrieben existieren zwar Kostenstellen für Logistik- oder Materialwirtschaft. Eine systematische Betrachtung der internen Bewegungen erfolgt jedoch nicht. In keiner Rechnung tauchen Suchzeiten, Wartezeiten oder ineffiziente Abläufe auf. Dadurch entsteht der Eindruck, dass das Lager kaum laufende Kosten verursacht. Tatsächlich wirken sich die genannten Faktoren aber auf Durchlaufzeiten, Termintreue und Personalauslastung teilweise erheblich aus. Häufig rückt das Lager erst dann in den Fokus, wenn Kapazitätsengpässe auftreten. Und dies ist in der Regel deutlich zu spät.
Indirekte Kosten durch Suchen, Umwege und Abstimmung
Ist das Lager schlecht strukturiert, wirkt sich dies gleich auf mehrere Bereiche gleichzeitig aus. Typische indirekte Kosten entstehen unter anderem durch:
- erhöhte Such- und Wegezeiten
- zusätzliche Abstimmungen zwischen Abteilungen
- verzögerte Produktions- oder Liefertermine
- höhere Fehlerquoten bei Kommissionierung und Bereitstellung
Diese Effekte lassen sich einzeln schwer beziffern, entfalten aber in Summe eine deutliche wirtschaftliche Wirkung.
Regalsysteme als Grundlage stabiler Prozesse
Ein Regalsystem ist weit mehr als eine reine Ablagefläche. Solche Systeme definieren die Zugänglichkeit, Reihenfolgen und Verantwortlichkeiten. Durch ein klar strukturiertes Regal werden feste Prozesse unterstützt, während sich die Abläufe bei provisorischen Lösungen ständig verändern müssen. Durch klare Stellplätze, bei denen nicht improvisiert werden muss, sind Prozesse deutlich verlässlicher. Die Mitarbeiter müssen sich nicht ständig neu orientieren und das ganze Unternehmen profitiert von einer besseren Planbarkeit. Besonders in Betrieben mit wechselnden Aufträgen oder saisonalen Schwankungen ist dies ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Sicherheit, Haftung und Wachstum im Lager
Unübersichtliche Lagerstrukturen erhöhen nicht nur die Kosten, sondern auch die Risiken. Enge Verkehrswege, instabile Stapelungen oder fehlende Kennzeichnungen führen schneller zu Unfällen und Beschädigungen. Gleichzeitig wächst der Druck, wenn ein Betrieb expandiert. Steigende Umschlagmengen lassen sich in einem ungeeigneten Layout kaum auffangen. Provisorien stoßen dann schnell an ihre Grenzen. Ein Lager, das mit dem Unternehmen mitwachsen kann, wird zum strategischen Vorteil. Regelmäßige Überprüfungen von Wegen, Auslastung und Struktur helfen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und die Kostenkurve nachhaltig zu stabilisieren.

Organisator. Schöpfer. Evangelist der lebenslangen Popkultur. Freundlicher Zombie-Praktizierender.
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