Atlético Madrid hat den FC Barcelona erneut ausgebremst und den Einzug ins Halbfinale der Champions League gesichert. Trotz einer starken Phase der Katalanen und zwischenzeitlicher Hoffnung auf eine Wende behielten die Madrilenen am Ende die Oberhand – auch dank eines entscheidenden Treffers von Ademola Lookman.
Früher Schock für Atlético nach Rotation
Trainer Diego Simeone hatte bereits am Wochenende beim 1:2 gegen Sevilla konsequent rotiert, um die Belastung vor dem Rückspiel zu steuern. Kein einziger Feldspieler aus der Startelf des Hinspiels gegen Barcelona stand dabei auf dem Platz. Im Rückspiel setzte der Argentinier dann wieder auf seine bewährte Formation – doch der Beginn verlief alles andere als geplant.
Bereits in der 4. Minute nutzte Barcelonas Offensivtalent Lamine Yamal einen folgenschweren Fehler von Clément Lenglet und brachte die Gäste früh in Führung. Es war ein Weckruf für die Partie, die in der Anfangsphase ein hohes Tempo und zahlreiche Offensivaktionen bot.
Barcelona dominiert – Atlético bleibt zunächst passiv
Barcelona bestimmte zunächst das Geschehen. Dani Olmo verpasste in der 9. Minute knapp den zweiten Treffer, ehe Atlético erst nach über 20 Minuten durch Antoine Griezmann erstmals gefährlich wurde.
Doch die Antwort der Katalanen folgte prompt: In der 24. Minute setzte sich Ferran Torres nach Vorarbeit von Olmo durch und erhöhte auf 2:0. Atlético wirkte in dieser Phase anfällig, Barcelona drängte auf die Vorentscheidung.
Wendepunkt vor der Pause
Eine Verletzungsunterbrechung bei Fermín López, der nach einem Zusammenprall behandelt werden musste, nahm Barcelona jedoch den Rhythmus. Diese kurze Phase nutzte Atlético eiskalt aus.
In der 31. Minute leitete Griezmann mit einem präzisen Pass den Angriff ein, Marcos Llorente legte quer, und Ademola Lookman traf zum 1:2 aus Sicht der Madrilenen. Ein psychologisch wichtiger Treffer kurz vor der Halbzeit.
VAR-Entscheidung bringt Barcelona in Unterzahl
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen. Barcelona glaubte in der 55. Minute durch Ferran Torres das 3:1 erzielt zu haben, doch der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt.
Die entscheidende Szene folgte in der Schlussphase: Alexander Sørloth wurde in der 77. Minute kurz vor dem Strafraum von Eric García gestoppt. Zunächst entschied Schiedsrichter Clément Turpin auf Gelb, korrigierte seine Entscheidung jedoch nach VAR-Eingriff auf Rot (80.). Barcelona musste – wie schon im Hinspiel – in Unterzahl weiterspielen.
Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten
Atlético zog sich zurück und lauerte auf Konter. Eine große Möglichkeit zur Entscheidung vergab González in der 86. Minute. Barcelona warf in der Nachspielzeit alles nach vorne, sogar Verteidiger Ronald Araújo agierte als zusätzliche Sturmspitze.
Die größte Chance hatte Araújo selbst, doch sein Kopfball in der 97. Minute ging knapp über das Tor. Damit blieb die Verlängerung aus.
Halbfinale trotz Heimniederlage
Trotz der 1:2-Niederlage im Rückspiel reichte Atlético Madrid der Vorsprung aus dem Hinspiel, um ins Halbfinale einzuziehen. Bemerkenswert: Unter Simeone war es die erste Heimniederlage in einer K.-o.-Phase der Champions League.
Im Halbfinale wartet nun der Sieger der Partie zwischen Arsenal und Sporting Lissabon.
Fokus nun auf nationale Wettbewerbe
Für Atlético steht bereits das nächste Highlight an: das Finale der Copa del Rey gegen Real Sociedad. Auch dort hatten die Madrilenen Barcelona bereits aus dem Wettbewerb geworfen.
Für den FC Barcelona bleibt damit nur noch die spanische Meisterschaft als realistische Titelchance. Im kommenden Ligaspiel gegen Celta Vigo kann das Team von Trainer Hansi Flick einen wichtigen Schritt machen.
Fazit
Atlético Madrid zeigt erneut seine Stärke in K.-o.-Spielen und profitiert von Effizienz sowie taktischer Disziplin. Barcelona hingegen muss sich trotz guter Phasen einmal mehr ankreiden lassen, entscheidende Momente nicht genutzt zu haben – ein Muster, das sich durch die Saison zieht.

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